Neu in den Ateliers 2026
Dorsa Eidizadeh, Eghbal Joudi, Julija Paškevičiūtė, behshad tajammol, Yoriko Seto, Ul Seo
behshad tajammol, Foto: behshad tajammol. Eghbal Joudi, Foto: Gabriela Valdespino. Dorsa Eidizadeh, Foto: Aria Farajnezhad. Yoriko Seto, Foto: Manja Herrmann. Julija Paškevičiūtė, Foto: Sabine Peter. Ul Seo, Foto: Kerstin Rolfes
Wir freuen uns sechs neue Künstler:innen im Künstler:innenhaus Bremen begrüßen zu dürfen:
Im Juni und Juli sind die ersten vier bereits in ihren neuen Ateliers in der Bremer Neustadt eingezogen – im September folgen zwei weitere.
Dorsa Eidizadeh studierte an der Hochschule für Künste Bremen (HfK) und schloss ihr Studium 2024 als Meisterschülerin von Andree Korpys und Markus Löffler ab. In ihrer künstlerischen Praxis arbeitet sie mit Installation, Text und räumlichen Formaten. Dabei setzt sie sich mit kollektivem Gedächtnis und Fragen des Zugangs auseinander und verfolgt einen spekulativen Ansatz zur Neugestaltung der Zukunft. 2025 erhielt sie den Bremer Förderpreis für Bildende Kunst.
Eghbal Joudi studierte zunächst Bildhauerei an der Tehran University of Art und anschließend Bildende Kunst bei Heike Kati Barath an der HfK Bremen. 2026 schloss er seinen Meisterschüler bei Natascha Sadr Haghighian ab. Seine künstlerische Praxis entwickelt sich aus der Auseinandersetzung mit historischem Material – Ereignissen, Bildern und Fragmenten, die als Beweismittel für historische Gegebenheiten gelten. Joudi richtet den Blick auf das, was sich nicht überprüfen lässt und an den Rändern des Sichtbaren verbleibt.
„Schon bald werde ich für die nächsten fünf Jahre Teil des K:H sein. Meine ersten Schritte nach dem Abschluss – die wohl schwierigsten – innerhalb einer Gemeinschaft von Künstler*innen zu gehen, ist ein großes Privileg. Ich freue mich auf alles, was vor mir liegt.“
Julija Paškevičiūtė schloss 2020 ihr Studium an der HfK Bremen als Meisterschülerin von Natascha Sadr Haghighian ab. Von 2024 bis 2025 war sie Stipendiatin der Künstlerstätte Heiligenrode-Stuhr, wo sie ihre erste Einzelausstellung Similar-Ähnlich vorbereitete und ihren ersten Katalog In Case of not Knowing veröffentlichte. Ihre Praxis umfasst landschaftsähnliche Installationen, die sich mit temporären Räumen, gemeinschaftlichen Prozessen und geteilten Erfahrungen auseinandersetzen.
„Es ist wunderbar und ehrlich gesagt ein großes Privileg, an einem Ort angekommen zu sein, der sich wie ein Zuhause für meine künstlerische Praxis anfühlt – ein Ort, an dem ich mich länger niederlassen kann, als es mir irgendein temporärer Projektraum oder eine Residency jemals erlaubt hätte. Es hat etwas außerordentlich Interessantes, an einem Ort zu arbeiten, an dem schon seit langer Zeit Kunst geschaffen wird. Vor kurzem erinnerte ich mich an meine Zeit als Kunststudentin, als die Arbeit hier eher ein Wunsch als eine Möglichkeit war – etwas, an dem andere Künstler:innen beteiligt waren. Es bedeutet mir viel, mich jetzt hier wiederzufinden. Ich bin dankbar und gespannt darauf, was sich in den nächsten fünf Jahren entwickeln wird.“
behshad tajammol studierte Bildhauerei an der Tehran University of Art und schloss anschließend ihr Studium der Bildenden Kunst an der HfK Bremen ab, wo sie 2023 ihren Abschluss als Meisterschülerin absolvierte. Ihre Praxis bewegt sich an der Schnittstelle von gesellschaftspolitischen Strukturen, Sprache und gelebten Realitäten. Im Mittelpunkt ihrer Arbeit stehen die politischen Dimensionen von Sprache, Stimme und Erinnerung sowie die Prozesse persönlicher und kollektiver Gedächtnisbildung.
Yoriko Seto schloss 2024 ihr Studium als Meisterschülerin von Heike Kati Barath an der HfK Bremen ab. Im darauffolgenden Jahr erhielt sie das Atelier- und Arbeitsstipendium für Bremer bildende Künstler:innen des Senators für Kultur im Künstler:innenhaus Bremen. Ihre prozessorientierte und experimentelle Praxis umfasst Zeichnung, Animation, Installation und Künstler:innenbücher.
„Künstler:innenhaus ist für mich ein idealer Ort, um meine Ideen zu entwickeln und umzusetzen. Der Austausch mit anderen Menschen inspiriert mich, und die Möglichkeit, auch spontan vorbeizukommen und weiterzuarbeiten, schätze ich sehr.“
Ul Seo studierte an der HfK Bremen und schloss sein Studium 2022 bei Natascha Sadr Haghighian und Wendelien van Oldenborgh als Meisterschüler ab. In seiner künstlerischen Praxis untersucht er die „unsichtbaren Architekturen“ der Gesellschaft – latente Regeln und systemische Strukturen, die das Denken und Handeln prägen. Mit konzeptuellen und malerischen Arbeiten macht er diese verborgenen Mechanismen sichtbar und versteht seine Praxis als Form der „teilnehmenden Beobachtung“.
„Ein neues Atelier bringt immer auch neue Impulse für die künstlerische Praxis. Ich freue mich auf die kreative Energie im Haus und den inspirierenden Austausch mit den Kolleg:innen.“
Über die Vergabe der Ateliers im Künstler:innenhaus Bremen entscheidet eine unabhängige externe Fachjury. Die Jury dieses Jahr: Viktor Hömpler (Kurator, Haus Coburg Delmenhorst), Katrin von Maltzahn (Professorin für Zeichnen und Malerei, Hochschule für Künste Bremen) und Sibylle Springer (Künstlerin).