Visiting Curators 2024
- Jenny Graser ×
- Nele Kaczmarek ×
- Eliane Odding ×
- Theresa Roessler ×
- Sarah Schönewald
Netzwerke knüpfen, Perspektiven erweitern: Visiting Curators 2024
Neue Impulse für Bremens Kunstszene – das vom KH Künstler:innenhaus Bremen organisierte Austauschprogramm Visiting Curators ging im November 2024 in die siebte Runde. Fünf Kuratorinnen besuchten an drei Tagen 25 Künstler:innen in ihren Ateliers. Das Projekt bietet Bremer Künstler:innen die wertvolle Gelegenheit, mit international tätigen Kurator:innen in Dialog zu treten und somit Vernetzungen jenseits der lokalen Kunstszene zu schaffen. So können neue Sichtweisen auf die eigene Praxis und Projekte entstehen, deren Entwicklung gefördert und mehrperspektivische Netzwerke aufgebaut werden.
„Anregende Gespräche, bereichernder Austausch, ich bin ein absoluter Fan des Programms“, lobt die Künstlerin Sarah Lüdemann (Beauham) nach dem Besuch der Kuratorin Sarah Schönewald in ihrem Atelier im Künstler:innenhaus. Gemeinsam mit Sarah Schönewald (Kuratorin für Moderne und zeitgenössische Kunst am Staatlichen Museum Schwerin) waren Eliane Odding (freiberufliche Kuratorin für moderne und zeitgenössische Kunst aus den Niederlanden), Jenny Graser (Kuratorin für zeitgenössische Kunst im Kupferstichkabinett der Staatlichen Museen zu Berlin), Nele Kaczmarek (Direktorin des Kunstvereins Nürnberg – Albrecht Dürer Gesellschaft) und Theresa Roessler (Direktorin des Westfälischen Kunstvereins Münster) zu Gast in Bremen. Eingeladen wurden die Kuratorinnen von Akteur:innen der Bremer Kunstszene, in diesem Jahr von der Städtischen Galerie, der Kunsthalle Bremen, dem KH Künstler:innenhaus Bremen, der Weserburg Museum für moderne Kunst und der Hochschule für Künste Bremen.
Sowohl Kurator:innen als auch Künstler:innen schätzen besonders den angenehmen und wertschätzenden Austausch, den Visiting Curators bietet. Es ist ein kommunikatives Format, das einen direkten und persönlichen Dialog ermöglicht. So resümiert Jenny Graser: „Die intensiven Gespräche mit den Künstler:innen haben mich sehr bereichert.“ Im Gespräch mit den Kurator:innen können die teilnehmenden Künstler:innen das Sprechen über ihre Praxis erproben und ausdifferenzieren, findet die Künstlerin Zainab Haidariy. Der professionelle Blick der Kurator:innen ermögliche außerdem, die eigenen künstlerischen Arbeiten einmal mit anderen Augen zu sehen, so die Künstlerin Veronika Maier. So habe sie Bereiche erkennen können, die sie verbessern und in denen sie aktiv werden wolle.
Doch nicht nur die Künstler:innen gewinnen durch die Besuche neue Einblicke
„Neben der Erweiterung persönlicher Netzwerke zählen der Austausch von Ideen und die Vermittlung unterschiedlicher Perspektiven zu den wertvollen Ergebnissen der Zusammenkünfte. Auf diese Weise entfaltet das Programm eine reiche Wirkung für alle Beteiligten.“, findet Sarah Schönewald. Jenny Graser zeigt sich außerdem begeistert über die vielfältige und lebendige Kunstszene Bremens und gewinne durch den Besuch ein ganz neues Bild von der Stadt. So können beide Parteien, Künstler:innen und Kuratorinnen, Anregungen für ihre Arbeit aus Visiting Curators mitnehmen. Im Idealfall entsteht aus dem in Bremen begonnenen Kontakt eine Zusammenarbeit oder Ideen für Projekte können weitergegeben werden. Die Kuratorin Eliane Odding sieht in einem Austausch wie Visiting Curators auch in Zukunft ein großes Potenzial für die zeitgenössische Kunstpraxis.