Scaffolding #1
Deva Schubert
13.02.–14.02.26
Deva Schubert, Glitch Choir. Foto: Mayra Wallraff
Mit SCAFFOLDING präsentiert das Künstler:innenhaus Bremen eine für das Haus neue Ausstellungsreihe mit Fokus auf Performance, die zwischen Ab- und Aufbau im leeren Galerieraum stattfindet.
Scaffolding #1
Deva Schubert
Glitch Choir
13.2. Einlass 18:30 Uhr, Beginn 19 Uhr
Dauer: 40 min (vocal version)
14.2. Einlass 18:30 Uhr, Beginn 19 Uhr
Dauer: 50 min (musical version mit Davide Luciani)
Ein Glitch bezeichnet eine Störung in der Übertragung einer (digitalen) Information, etwa ein verzerrtes Bild oder ein stockendes Video. Er erzeugt einen Bruch in der Wahrnehmung der Realität. Auch Trauer kann als Glitch betrachtet werden. Glitch Choir überträgt dieses Phänomen in den analogen Raum.
Im Zentrum der Performance steht die Neukomposition eines Klagelieds durch Glitching, absichtlich erzeugte Störungen. Historisch wurde öffentliche Trauerarbeit hauptsächlich von sogenannten »Klagefrauen« geleistet. Sie wurden beauftragt, öffentlich der Trauer um Verstorbene emotionalen Ausdruck zu verleihen. Damit waren vor allem Frauen berechtigt, aber auch verdammt, Privates ins Öffentliche zu glitchen. Zwei Performerinnen widmen sich dem kollektiven Körper der Trauer, indem sie einen Raum der intimen Mehrfachresonanz schaffen. Durch stimmliche Verzerrungen verwandelt sich Trauer in einen kollektiven Glitch. Was für ein Chor entsteht aus der Dissonanz der Frequenzen?
Kuratiert von Marie Oucherif.